Tierseuchen

Mehr BTV-Impfstoff nötig

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin hat auf die Notwendigkeit einer Impfung von Rindern (u. kl. Wdk) gegen das Blauzungenvirus hingewiesen.

Im ersten Halbjahr 2019 die Verfügbarkeit von BTV-Impfstoffen aufgrund eines plötzlichen Anstiegs der Nachfrage zu Jahresbeginn „in hohem Maße eingeschränkt“. Laut den Ergebnissen einer Abfrage bei den Herstellern der in Deutschland zugelassenen BTV-Impfstoffe dürften jedoch sukzessive bald mehr Dosen zur Verfügung stehen. So sollen ab Ende Mai nach und nach 1,5 Millionen Impfdosen Bluevac-4 und Syvazul BTV auf den Markt kommen; ab Anfang Juni zudem 2,5 Millionen Dosen Bovitis Blue 8 und ab Ende Juli 1,25 Millionen Einheiten Zulvac 8 Bovis.
 
Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium rief erneut dazu auf, die Tiere durch eine Impfung zu schützen. Das Risiko einer Ausbreitung des Virus durch Gnitzen sei zwischen Mai und Oktober besonders hoch. Nur eine großflächige Impfabdeckung biete Schutz vor den wirtschaftlichen Verlusten durch Leistungseinbußen oder Handelsrestriktionen. Dabei sei zu berücksichtigen, dass bis zur Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes im Falle eines erstmals behandelten Rindes Wochen vergingen, so das Ministerium. Es sei daher wichtig, empfängliche Tiere rasch impfen zu lassen. Zudem könnten nur wirksam geimpfte Tiere uneingeschränkt aus Restriktionsgebieten gebracht werden. Der agrarpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Stephan Protschka, begrüßte unterdessen, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium inzwischen eine Erleichterung der Handelsbeschränkungen mit Italien, den Niederlanden und Spanien erreicht habe. Demnach dürfen unter 70 Tage alte News von ungeimpften Muttertieren wieder aus den deutschen Restriktionsgebieten in diese Länder exportiert werden. Das reiche aber nicht aus. „Solange noch kein flächendeckender Impfschutz in Deutschland vorliegt, muss es außerdem möglich sein, ungeimpfte Tiere zwischen den jeweiligen Bundesländern verbringen zu dürfen“, forderte Protschka. Dies müsse den Tierhaltern jetzt schleunigst ermöglicht werden. Laut FLI hat es seit Jahresbeginn bis zum 19. Juni insgesamt 57 Ausbrüche der Blauzungenkrankheit im Bundesgebiet gegeben.
 Quelle: AgE

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