Kälberfütterung

Milch darf kalt getränkt werden

Die Temperatur der Milch und die Durchflussgeschwindigkeit im Nuckel haben keine Auswirkungen auf die Kälbergesundheit.

Ist der Schlundrinnenreflex gestört, können ­erhebliche Flüssigkeitsmengen in den Pansen statt in den ­Lab­magen laufen. Wissenschaftler der Uni Oslo (­Norwegen) haben kürzlich untersucht, wie sich ­Unterschiede bei der Tränke­temperatur und Saug­geschwindigkeit auf die Gesundheit von 15 Kälbern ­auswirken.
Sie ­fütterten die Kälber im Alter von ein bis vier Wochen ­dreimal täglich mit je zwei Litern Vollmilch. Ein Teil der Eimer hatte Nuckel mit Öffnungen von 2 mm (Durchflussgeschwindigkeit 1,5 l/min), die ­anderen mit 19 mm (Durchflussgeschwindigkeit 3,2 l/min).
Um den Weg der Milch zu verfolgen, wurde sie mit dem ­Kontrastmittel Bariumsulfat versetzt. Die Milch wurde mit 23 °C, 13 °C oder 8 °C vertränkt. Die Kälber wurden vor, während und zehn Minuten nach dem Tränken ­geröntgt und auf Bauchschmerzen oder Unwohlsein ­untersucht. Zudem wurde die Kotkonsistenz überprüft.
Ergebnis: Bei keinem Kalb floss Milch in den Pansen, unabhängig von der Milchtemperatur und Größe der ­Nuckelöffnung. Bei Nuckeln mit einer größeren ­Öffnung tranken die Kälber ihre Milchmenge in etwa 111 ­Sekunden, bei der kleineren in 160 Sekunden. ­Während der Studie trat insgesamt nur eine leichte Durchfall­er­kran­kung auf. Bleibt festzuhalten: Auch kalte Milch kann an Kälber verfüttert werden, ohne dass diese in den Pansen läuft. Deshalb kann angesäuerte Milch als ad libitum-Tränke ­angeboten werden.
Quelle: Ellingsen-Dalskau et al., 2020

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