Aus der Forschung

Milchsäurebakterien gegen Mastitis

Die Euterbehandlung mit dem Milchsäurebakterium Bifidobacterium Breve senkt die somatischen Zellzahlen bei chronischen, subklinischen Mastitiden.

Bisher wird Mastitis vor allem antibiotisch behandelt, jedoch nicht immer mit durchschlagendem Erfolg. Je nach Erreger und Resistenz des Antibiotikums gegenüber dem Erreger variiert der Heilungserfolg. In Japan haben Wissenschaftler deshalb untersucht, ob sich Milchsäurebakterien zur Mastitisbehandlung eignen. Sie unterstellten, dass die in die Euterdrüse eingebrachten Milchsäurebakterien des Typs Bifidobacterium Breve (BB) eine Zell- und Immunantwort durch die Neutrophilen Granulozyten auslösen. Neutrophile Granulozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen und zählen zum unspezifischen, angeborenen Immunsystem. Diese Immunantwort soll die Mastitiserreger abtöten.
Für den Versuch wurden 60  Holsteinkühe (drei bis acht Jahre alt, mittlere Laktation, 24 bis 32 kg Milch) aus vier Herden mit dem Milchsäurebakterium behandelt. In der Milch der Kühe wurden zuvor über ein bis drei Monate mehr als 300.000 Zellen pro ml nachgewiesen. Zudem hatten die Kühe in dieser Laktation mindestens eine ­Mastitis, die mit Antibiotika behandelt wurde. Die Kühe wurden über zwei Tage zweimal täglich behandelt. Dazu wurde die Zitze nach dem Melken mit 70%igem Alkohol desinfiziert und 3 ml BB mit einer Eutertube 1 cm tief in den Strichkanal eingegeben.

Effektiv gegen Koagulase negative Staphylokokken

Die Heilungsraten der infizierten Euterviertel zwei ­Wochen nach der Behandlung mit Milchsäurebakterien waren (differenziert nach Mastitiserregern):
  • bei C. bovis 14%,
  • bei S. aureus 18%,
  • bei Umweltstreptokokken 29%,
  • bei Koagulase negativen Staphylokokken 59%.
In einer zweiten Studie wurde BB in die Euterviertel von 18 Kühen mit chronisch subklinischer Mastitis infundiert. ­Ergebnis: Die somatischen Zellzahlen sanken nach der Behandlung bei 2/3 der infizierten Viertel von über 500.000 auf unter 300.000 Zellen pro ml.
Quelle: Nagahata et al., 2019

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