BPT-Kongress

Prognose der klinischen Mastitis

Wie schnell heilt die Mastitis? Lohnt sich die Therapie überhaupt? Das sind Fragen, die Landwirte und Tierärzte sich jeden Tag in der Praxis stellen.

Über die Entwicklung und Prognose von klinischen Mastitiden weiß man nicht viel. Hier besteht Forschungsbedarf. Interessant wäre, wenn man am Tag des Diagnosestellung schon eine Prognose für folgende Entwicklungen abgeben könnte:  
  • Klinische Heilung (normales Milchsekret) bis zum 5. Tag  
  •  Auftreten eines Rezidivs innerhalb von 90 Tagen
  • Die bakteriologische Heilung (kein Erreger nachweisbar)
Der Frage nach der Prognose der Klinischen Mastitis ging die Arbeitsgruppe Prof. V. Krömker von der Universität Kopenhagen nach. Sie rechneten mit 2800 Mastitisfällen in einem Modell. Dabei lagen folgende Daten zu jeder Kuh vor: Laktationsnummer, Tage in Milch, Mastitisgrad, Zellgehalt vor der diagnostizierten Mastitis, Milchmenge, Befund Mastitis-Schnelltest (gram pos., gram neg., kein Erreger).

Erstlaktierende haben gute Heilungsraten

Bei 2/3 der Kühe (72% und 86% der Erstlaktierenden) in der Modellrechnung kam es zur klinischen Heilung bis zum 5. Tag nach Diagnosestellung. Mehr als die Hälfte der Tiere mit leichter Mastitis zeigten innerhalb von 5 Tagen wieder normales Milchsekret. Bei M2-Mastitiden heilten 36% und bei M3-Mastitiden nur 9% innerhalb der ersten Tage.
Bei jeder fünften Kuh (19%) kam es zum Rezidiv innerhalb der ersten drei Monaten. Die Ergebnisse der bakteriologischen Untersuchung ergab, dass in mehr als 50% der Fälle Erreger nachgewiesen wurden. Im Detail: 35% kein Wachstum, 31 % Umwelterreger (Sc. uberis, E. coli) und 24 % andere Erreger. Die bakteriologische Heilung (BU-negativ) lag bei 73%
Folgende Einflussfaktoren auf die Heilungsrate konnten identifiziert werden:
  • Laktationstage: In den ersten 100 Laktationstagen heilen Mastitiden besser (73%) als in der mittleren Laktation (101-200Tage) (63%). Ab dem 200. Laktationstag ist die Rate bei 83%.
  •  Bei Zellgehalten über 700.000 Zellen/ml und keinem Erregernachweis war die Heilungsrate mit 83% höher als wenn Bakterien nachgewiesen wurden (75%).

Rezidivrate und bakteriologische Heilung nicht vorhersagbar

Die Ergebnisse zeigten, dass das Modell mit 87% er Genauigkeit die Prognose der Mastitisheilung voraussagen kann. Im Detail kann man die klinische Heilung gut voraussagen, wenn man den Mastitisscore und die Laktationstage kennt. Keine Prognose ist dagegen möglich, für die Rezidivrate und die bakteriologische Heilung. Die Ergebnisse bringen ein besseres Verständnis der Mastitis als Erkrankung und ihre Risikofaktoren. Außerdem kann man so die wirtschaftlichen Auswirkungen abschätzen. Keine Zusatzinformationen gibt es für die Therapie.
Quelle: BPT-Vortrag von Prof. Volker Krömker

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