Saure Salze

Sensordaten zeigen Wirksamkeit

Christine Löb setzt in ihrer Fleckviehherde saure Salze zur Milchfieberprophylaxe ein.

Christine Löb ist Chefin einer 100-köpfigen Fleckviehherde mit einer Milchleistung von 10.500 kg. Sie ist vom Prinzip der metabolischen Ansäuerung zur Vermeidung klinischer und subklinischer Hypocalcämie überzeugt, doch boykottierten ihre Damen bislang jeden Versuch, durch das Füttern von sauren Salzen, den Urin-pH-Wert konstant auf 5,5 bis 6,5 abzusenken. Egal ob gecoatete oder eine Mischung aus Sulfaten und Chloriden, in dem Maß in dem die Milcherzeugerin die Produktmenge erhöhte, ging die Futteraufnahme zurück.
So mussten ihre bisherigen Versuche schnell wieder abgebrochen werden, denn gerade eine hohe Futteraufnahme vor dem Abkalben ist schon fast eine Vollkaskoversicherung. Im vergangenen Jahr startete Christine Löb einen letzten Versuch mit einem flüssigen Ansäuerungsprodukt (iLiquid). Die „saure“ Flüssigkeit haftet an der gesamten Ration und kann nicht selektiert werden. Durch Melasse und andere Zusätze ist es aber sehr schmackhaft.
Jetzt stellt Löb wöchentlich eine Vormischung aus Stroh, Kraft- und Mineralfutter mit dem sauren Salz her, die für ca. fünf bis sieben Tage ausreicht. So ist es möglich, relativ schnell auch kleinere Portionen gut gemischt, täglich vorzulegen.

Urin-pH kontrollieren

Durch die wöchentliche Kontrolle von Urin-pH-Wert und Futteraufnahme hat sie ihr System im Griff. Deutlich fittere Kühe nach dem Abkalben und kein tierindividueller Spezialaufwand mehr. Auch durch die Sensoren sieht Christine, dass ihre Kühe nach dem Abkalben jetzt früher anfangen zu fressen und schneller hohe Wiederkauwerte erreichen.
Fazit: Der Einsatz von sauren Salzen stabilisiert den Calciumhaushalt der Herde. Aber nicht jedes Produkt passt in jede Herde. Wöchentliches Monitoring ist unverzichtbar.

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