eLearning

Ungeliebte Zwillinge

Mehrlingsträchtigkeiten können zu vielen gesundheitlichen Problemen führen. Tipps zu Diagnose, Prophylaxe und Management der Kühe gibt es jetzt in einem neuen eLearning.

Am häufigsten treten Zwillingsgeburten bei Holsteinkühen auf, in späteren Laktationen deutlich häufiger. Bei steigenden Milchleistungen nimmt das Vorkommen sogar zu. Geburtsschwierigkeiten, Fruchtbarkeitsstörungen und lebensschwache Kälber sind nur einige Probleme, die mit Zwillingsgeburten einhergehen können. Deshalb benötigen betroffene Kühe (und Kälber) besondere Aufmerksamkeit.

Mehr Doppelovulationen bei hoher Leistung

Verschiedene Untersuchungen zeigen:
  • Der Prozentsatz der Zwillingsgeburten steigt mit jeden Jahr (aktuell fast 5 % aller Trächtigkeiten).
  • Besonders unilaterale Zwillinge (d.h. in einem Gebärmutterhorn) führen häufig zu Aborten und Schwergeburten.
  • Zwillingsträchtigkeiten entstehen zu 95 % durch Doppelovulationen, d.h. dass zur Brunst mehr als ein Follikel ovuliert.
  • Die Trächtigkeitsdauer ist bei Zwillingsgeburten ungefähr sieben Tage kürzer. Das ist aber keine Regel, denn die Streuung ist groß.
Der steigende Anteil von Zwillingsträchtigkeiten lässt sich mit der ebenso angestiegenden Milchleistung von Holsteinkühen erklären: Hochleistende Kühe nehmen entsprechend viel Futter auf, was zu einer intensiven Durchblutung der Leber führt. In der Leber werden vor allem auch die Sexualhormone verstoffwechselt, wie z.B. Progesteron. Durch die starke Durchblutung werden Hormone sehr schnell verstoffwechselt. Als Folge ist das Niveau im Blut niedriger. Bei einem geringen Progesteron-Gehalt im Blut kommt es wiederum vermehrt vor, dass (schwächer entwickelte) Follikel zeitgleich ovulieren. Schließlich können diese Doppelovulationen in Zwillingsträchtigkeiten resultieren. Die beiden folgenden Abbildungen zeigen die Zunahme von Zwillingsträchtigkeiten und den Zusammenhang zur Milchleistung.

Heute gibt es deutlich mehr Zwillingsgeburten als noch vor 20 Jahren. (Bildquelle: Borchardt)

Bei steigenden Milchleistungen kommt es vermehrt zu Doppelovulationen.  (Bildquelle: Borchardt)

Zwillingsträchtigkeiten identifizieren und managen

Um Zwillinge bei der Trächtigkeitsuntersuchung (TU) festzustellen, gilt: Ausreichend Zeit nehmen! Zwei Gelbkörper bedeuten in der Regel auch zwei Früchte. Als Besonderheit kann es auch eine sogenannte "Twin Line" geben, bei der die Fruchthüllen direkt aneinander liegen. Durch das erhöhte Risiko für Fruchtverluste ist eine Kontroll-TU in jedem Fall empfehlenswert.
Bedingt durch die Physiologie müssen wir Zwillingsgeburten in Kauf nehmen, wenn wir weiter auf hochleistende Kühe züchten. Vorbeugend gibt es relativ wenig, was gemacht werden kann. Zum Teil können eine terminorientierte Besamung sowie eine zusätzliche Progesteron-Gabe das Risiko mindern. Letztlich bleibt vor allem das Management dieser Kühe entscheidend. Sinnvolle Maßnahmen sind zum Beispiel:
  • Sieben Tage früher trockenstellen (und gesondert markieren)
  • Stoffwechsel prophylaktisch unterstützen (z.B. Kexxtone 21 Tage vor der Kalbung)
  • Sieben Tage früher trockenstellen (und gesondert markieren)
  • Calcium-Bolus zur Geburt Propylenglykol in den ersten fünf Tagen nach der Geburt
  • Geburtshilfe

Neues eLearning zu Zwillingsträchtigkeiten

Mehr Tipps und Wissenswertes zum Thema Zwillinge gibt es auch in unserem neuen eLearning "Das Problem: Zwillingsträchtigkeiten". Darin nennt Tierarzt Dr. Stefan Bochardt, Freie Universität Berlin, die Ursachen sowie den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand und zeigt Möglichkeiten der Diagnostik auf. Zudem erklärt er Prophylaxepläne, um die negativen Wirkungen von Zwillingen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu mindern.
Den Kurs "Das Problem: Zwillingsträchtigkeiten" finden Sie hier
Was bieten eLearnings?
Die vet-consult eLaernings machen es möglich, sich schnell und einfach über Ipad oder Computer von zu Hause aus weiterzubilden. Experten geben praktische Tipps zu verschiedenen Themen, die Sie sofort im Kuhstall umsetzen können. Alle Kurse können jederzeit begonnen oder auch pausiert werden. Die Inhalte eignen sich ebenso für junge Tierärzte wie für erfahrene Kollegen. Flatrate-Inhaber können alle eLearnings kostenlos im Rahmen ihres Abonnements nutzen. Für Nicht-Abonnenten beträgt die Kursgebühr 29 Euro plus MwSt. Auf unserer Internetseite www.vet-consult-eLearning.de finden Sie unser komplettes Kursangebot.

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