Monitoring

Ziel : Gute Noten 

Wer regelmäßig auf lahme Kühe in der Herde achtet und Bewegungsnoten dokumentiert verfügt über ein wirksames ManagementTool für mehr Klauengesundheit.

Um sich für die Klauengesundheit im Stall zu sensibilisieren, ist es sinnvoll, die eigene Herde gut zu beobachten und regelmäßig einmal im Monat zu scoren oder scoren zu lassen. Bei der Bewegungsbeurteilung werden die Lahmheiten nach Noten unterteilt: 1 („lahmheitsfrei„), 2 („leicht abnormaler Bewegungsablauf“), 3 („geringgradig lahm“), 4 („mittelgradig lahm“) und 5 („hochgradig lahm“).  Höchstens 15% einer Herde sollten die Noten 3 und 4 erhalten. Keine Kuh darf hochgradig lahm (5) gehen. 

Merkblatt zu Beurteilung der Bewegung.  (Bildquelle: Klauenfitnet)

Praxisbeispiel 

In einem Milchviehbetrieb in Süddeutschland ergab die Bewegungsbeurteilung der ganzen Herde, durchgeführt am Ausgang des Melkstandes, eine Durchschnittsnote in der Bewegung von 3,4 (Ziel <2). Der Maßnahmenplan unserer Praxisgemeinschaft für Klauengesundheit für diesen Betrieb sah wie folgt aus:
– Funktionelle Klauenpflege dreimal jährlich.
-  Zusätzliche Klauenpflege 6 bis 10 Wochen nach dem Abkalben (wenn nicht bei der Routinepflege dabei)
- Lahmheitsbeurteilung (mit Dokumentation) mindestens einmal im Monat
- Schulung eines Mitarbeiters in Schen Lahmheitssoring oder durch unabhängige Scorer (z.B. beim LKV Bayern).
- Bei Bewegungsnote 4 oder 5: umgehend im Klauenstand pflegen und untersuchen
- Bei Bewegungsnote 3: innerhalb von 1 bis 10 Tagen im Klauenstand pflegen, ggf. behandeln
-  Alle Klauenpflege- und Behandlungsdaten digital dokumentieren (betriebsintern oder vom professionellen Klauenpfleger).
 Zielsetzung: Mindestens 10% weniger lahme Tiere bis zum jeweils nächsten Herdenschnitt. 
Durch das Lahmheitsscoring wurde das gesamte Personal und die Betriebsleiter für die Klauengesundheit sensibilisiert. Bis zur nächsten Klauenpflege konnte durch den eingeleiteten Stufenplan der Anteil an behandlungsbedürftigen Tieren bereits um 30% gesenkt werden.
Auf dem Betrieb können nun durch die Auswertung der Dokumentation und durch die Zusammenführung mit der Stallbeurteilung (in unserer Praxis unterstützt durch den Einsatz einer Schwachstellenanalyse mit „CowsAndMore“) weiter gezielte Behandlungs- und Prophylaxemaßnahmen empfohlen werden - das Vorgehen dazu wird in einem Folgebeitrag dargestellt.

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