Tierseuchen

ASP-Risiko im Bestand

ASPHygieneampel

Mit einer Risikoampel für die Afrikanische Schweinepest (ASP) sollen die Biosicherheit verbessert und die Wahrscheinlichkeit einer Einschleppung der Krankheit in den Bestand verringert werden.

Ab sofort haben Landwirte die kostenfreie Möglichkeit, mit diesem Online-Tool die individuelle betriebliche Biosicherheit zum Schutz vor der ASP freiwillig und anonym bewerten zu lassen. Entwickelt wurde die am Dienstag vergangener Woche (18.6.) vorgestellte Risikoampel im Rahmen eines Kooperationsprojekts von der Universität Vechta, dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) und weiteren Organisationen aus Wissenschaft und Wirtschaft. „Die Risikoampel beinhaltet 111 Fragen, die den Bereichen Sicherung des Betriebes, Sicherung des Stalls und Arbeitsabläufe zugeordnet sind“, erläuterte Projektleiterin Dr. Maria Gellermann von der Uni Vechta. Ein besonderer Wert sei dabei auf die Praxisrelevanz gelegt worden.
Wie die Geschäftsführerin der Transformationsstelle agrar Niedersachsen, Dr. Barbara Grabkowsky, erläuterte, beantworten die Landwirte die Fragen über ein Multiple-Choice-System, wobei das Tool in einem zweistufigen Verfahren automatisch bewerte, wie stark jeder Aspekt das Risiko eines ASP-Eintrags verringere oder erhöhe. „Das Ergebnis ist ein nach Ampelfarben visualisiertes Ergebnis, das Auskunft über die erreichte Risikoklasse gibt“, so Grabkowsky. Der Geschäftsführer der QS Qualität und Sicherheit GmbH, Dr. Hermann Josef Nienhoff, hob hervor, dass die Landwirte gemeinsam mit dem Tierarzt oder Berater jetzt in der Lage seien, präventiv notwendige Verbesserungen vorzunehmen. „Damit ist die ASP-Risikoampel für Tierhalter ein Tool für die Selbstkontrolle in puncto Hygiene und Biosicherheit“, betonte Nienhoff. Der Vizepräsident des FLI, Prof. Franz Josef Conraths, wies darauf hin, dass durch das Auftreten der Schweinepest in Belgien das Risiko einer ASP-Einschleppung durch infizierte Wildschweine deutlich gestiegen sei. „Der beste Schutz besteht darin, die Biosicherheit auf den Betrieben weiter zu verbessern“, unterstrich Conraths. Dazu gebe die gemeinsam erarbeitete und wissenschaftlich fundierte Risikoampel eine auf die Eintragswege der ASP fokussierte Einschätzung.

www.risikoampel.uni-vechta.de


Quelle: AgE

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