Tierwohl

Alternative Abferkelbuchten

Abferkelungen in Kastenständen stehen bei Verbrauchern in der Kritik.  Drei Sauenhalter berichten, wie Bewegungsbuchten als Alternativen funktionieren können.

Im Rahmen der EuroTier digital haben drei Landwirte über ihre Erfahrungen mit Bewegungsbuchten als alternative Abferkelbucht auf ihren Betrieben berichtet. Jan-Hendrik Hohls aus Niedersachsen schilderte die Entwicklung seines Betriebs sowie die Gestaltung seines Stalles und der Buchten. Nach seinen Erfahrungen steigen die Ferkelverluste bei Bewegungsbuchten nicht an, solange…
  • …die Sau ad libitum gefüttert werde,
  •  ihr Charakter zur Abferkelbucht passe,
  • die Ferkel fit seien und beim Abliegen der Sau fliehen könnten.
Seinen Erfahrungen nach kommen selbst Sauen, die zuvor schon im Kastenstand abgeferkelt hatten, später mit der Bewegungsbucht gut klar.
Betriebsleiter Lukas Schmidle aus Baden-Württemberg berichtete ebenfalls von guten Erfahrungen mit Bewegungsbuchten. Jedoch sei eine Herausforderung die Verschmutzung von Festflächen, die mit dem vorher noch unbekannten Konzept einhergingen. Aus seiner Sicht ist die Attraktivität des Ferkelnestes ein wesentlicher Aspekt, um die Ferkel aus dem Aktionsradius der Sau zu halten und so das Erdrückungsrisiko für die Ferkel zu minimieren.

Auch im Bio-Bereich gute Erfahrungen 

Wilhelm Schulte-Remmert vom Biohof LebensWert in NRW bestätigte die positive Erfahrungen seiner  konventionell wirtschaftenden Berufskollegen. In seinen Abferkelbuchten mit einer Fläche von 14 m2 ferkeln die Sauen bei ihm frei ab. Die Strukturierung der Bucht schaffe klare Lebensbereiche und erlaube es den Tieren, ihre natürliche Verhaltensweise auszuleben. Oftmals seien es Kleinigkeiten, die über das Wohl oder Weh entscheiden. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass sich Praktiker austauschen und gegenseitig Tipps geben. Es brauche Überwindung, Dinge neu zu denken und den Mut, diese dann auch umzusetzen. 

Hintergrund 

Auf der EuroTier digital 2021 waren die „Impulsbetriebe“ des Netzwerks Fokus Tierwohl am Fachprogramm beteiligt. Drei sauenhaltende Betriebe aus dem Netzwerk der Impulsbetriebe Tierwohl gaben Einblick in ihre Stallungen und den alltäglichen Arbeitsablauf mit unterschiedlichen Bewegungsbuchten. Unter Moderation von Dr. Christian Lambertz (FiBL Deutschland e.V.) und Dr. Sabine Schütze (Geschäftsstelle Tierwohlkompetenzzentrum Schwein bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen) fand ein reger Austausch von Erfahrungen vor 470 Zuschauern statt.
Die Videoaufzeichnung der Veranstaltung ist für registrierte Besucher der „EuroTier digital“ bis zum 15. April 2021 auf der Digital-Plattform im Menü Fachprogramm oder direkt unter diesem Link verfügbar. Noch nicht registrierte Nutzer können über den Ticketshop der EuroTier Zugang erhalten.
Als Teil des Bundesprogramms Nutztierhaltung fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den Aufbau des Netzwerkes Fokus Tierwohl. Das Verbundprojekt der Landwirtschaftskammern und landwirtschaftlichen Einrichtungen aller Bundesländer hat das Ziel, den Wissenstransfer in die Praxis zu verbessern, um schweine-, geflügel- und rinderhaltende Betriebe hinsichtlich einer tierwohlgerechten, umweltschonenden und nachhaltigen Nutztierhaltung zukunftsfähig zu machen. Ausführliche Informationen sind unter www.fokus-tierwohl.de zu finden.

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