Afrikanische Schweinepest

ASP erreicht Sachsen

Sachsen verzeichnet seinen ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest. Bayern und Brandenburg intensivieren ihre Maßnahmen, Italien diskutiert ein Importverbot

Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium Ende Oktober mitteilte, wurde die ASP erstmals auch bei einem Wildschwein im Freistaat nachgewiesen. Das Virus habe man bei der routinemäßigen Untersuchung eines erlegten Tieres festgestellt. Der Fundort liegt dem Ministerium zufolge nahe der polnischen Grenze in der Oberlausitz im Landkreis Görlitz. Beim in Sachsen zuständigen Sozialressort hat ein Krisenstab seine Arbeit aufgenommen. Zudem wurden unmittelbar nach der ASP-Bestätigung die Restriktionszonen ausgewiesen und erste Seuchenschutzmaßnahmen veranlasst. Die Gesamtzahl der ASP-Fälle in Deutschland ist laut dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) derweil auf 128 gestiegen.
Der Fokus der aktuellen lokalen Maßnahmen liegt nach Darstellung von Staatssekretärin Beate Kasch auf der Begrenzung des Tierseuchengeschehens sowie den Anstrengungen, eine weitere Verbreitung des Erregers in der Wildschweinpopulation und dessen Eintrag in die Hausschweinebestände zu verhindern. Kasch forderte deshalb alle Schweinehalter nochmals auf, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen. Notwendig sei auch eine deutliche Verkleinerung der Wildschweinpopulation.

Bayern intensiviert Prävention, Brandenburg weitet Zone aus

Bayerns Landesregierung hat nach der ersten Feststellung der Seuche in Sachsen die eigenen Präventionsmaßnahmen noch einmal intensiviert. Laut Umweltminister Thorsten Glauber steht beispielsweise der Bau eines festen Zauns entlang der Autobahnen im Grenzbereich zu Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik auf einer Gesamtlänge von rund 500 km kurz vor dem Abschluss. Darüber hinaus werde der Freistaat nochmals 3 Mio Euro in zusätzliches Zaunmaterial investieren.
Im Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg haben die betroffenen Landkreise zwischenzeitlich per Allgemeinverfügungen ihre Restriktionszonen an die aktuelle Lage angepasst. So wurde in den Landkreisen Oder-Spree und Dahme-Spreewald ein weiteres Kerngebiet eingerichtet und die übrigen Restriktionszonen erweitert; im Osten des Landkreises Barnim wurde eine Pufferzone eingerichtet. Damit kann in diesem Gebiet verstärkt nach Fallwild gesucht werden Schweinehalter sind hier unter anderem verpflichtet, Hausschweine so abzusondern, dass sie nicht mit Wildschweinen in Berührung kommen können, zudem müssen geeignete Desinfektionsmöglichkeiten an den Ein- und Ausgängen der Ställe oder sonstigen Standorten eingerichtet werden. Zudem kann nun in dem Landkreis mit dem Bau eines festen Zauns an der deutsch-polnischen Grenze entlang der Oder begonnen werden.

Italien diskutiert Importverbot

In Italien formiert sich unterdessen aus Sorge vor einer Einschleppung der Seuche Widerstand gegen Schweinefleischimporte aus Deutschland. Der Vorsitzende des mitgliederstärksten Landwirtschaftsverbandes (Coldiretti), Ettore Prandini, forderte vergangene Woche die Regierung in Rom auf, ein Einfuhrverbot für lebende Schweine aus den betroffenen deutschen Regionen zu verhängen.
Unter den italienischen Bauern gibt es die Befürchtung, dass die Seuche auf den eigenen großen Wildschweinbestand überspringt und dann außer Kontrolle geraten könnte. Besonders alarmiert zeigte sich der Vorsitzende der sardischen Zweigstelle von Coldiretti, Battista Cualbu. Auf der Insel im Mittelmeer war die Krankheit 1978 zum ersten Mal aufgetreten und seitdem immer wieder aufgeflammt. Erst seit 19 Monaten sind dort nach Angaben des Verbandes keine neuen ASP-Fälle mehr festgestellt worden.
Quelle: AgE

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