Afrikanische Schweinepest

ASP weiter auf dem Vormarsch?

In Sachsen und Brandenburg gibt es neue Fälle der Afrikanischen Schweinepest. In Bayern soll eine ASP-Hundestaffel den Kampf gegen die Seuche unterstützen.

In Ostdeutschland hat die Zahl der Nachweise von Wildschweinen mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) in der vergangenen Woche weiter zugenommen. Insgesamt wurde das Virus bis zum Freitagnachmittag (20.11.) bei 170 Tieren vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt.
Neu ist, dass es nun auch in Sachsen vermehrt Fälle gibt. Dort war das erste ASP-Wildschwein Ende Oktober entdeckt worden; vergangene Woche kamen unweit dieser Fundstelle sechs weitere in der Gemeinde Krauschwitz im Landkreis Görlitz hinzu. Wie das zuständige Sozialministerium mitteilte, waren zuletzt elf Suchstaffeln mit mehr als 150 Personen im gefährdeten Gebiet im Landkreis Görlitz im Einsatz, um im Rahmen der Fallwildsuche verendete Wildschweine aufzuspüren. Diese würden umgehend beprobt und auf das für Schweine hochansteckende und meist tödliche Virus untersucht.
„Wir stehen erst am Anfang des ASP-Ausbruchs. Wir müssen weiter besonnen vorgehen und werden alle eingeleiteten Maßnahmen fortsetzen“, erklärte Ressortchefin Petra Köpping. Ihr zufolge wird voraussichtlich Ende dieser Woche das gesamte gefährdete Gebiet abgesucht sein. „Dann werden wir einen ersten Überblick haben, von welcher Verbreitung des Virus wir ausgehen müssen“, so die Ministerin. In Abhängigkeit von diesen Ergebnissen werde die Fallwildsuche dann zielgerichtet fortgesetzt.
In Brandenburg kamen vergangene Woche bis Freitagnachmittag 14 neue ASP-Nachweise in den schon bisher betroffenen Gebieten hinzu; die Gesamtzahl erhöhte sich damit dort auf 163 infizierte Tiere.

Bayern erhöht Wildschwein-Prämie

Bayern hat unterdessen seine Präventionsmaßnahmen gegen die Einschleppung der ASP verstärkt. „Ziel muss es sein, die Wildschweindichte weiter zu reduzieren. Deshalb erhöhen wir die Aufwandsentschädigung für das Erlegen von Wildschweinen bayernweit von 20 Euro auf 70 Euro pro Tier“, gab Umweltminister Thorsten Glauber bekannt. Diese soll ab 1. Dezember 2020 für das aktuelle Jagdjahr gezahlt werden. In den grenznahen Landkreisen zu Thüringen, Sachsen und Tschechien bleibt die bereits erhöhte Aufwandsentschädigung von 100 Euro pro Wildschwein für das aktuelle Jagdjahr bestehen.
Insgesamt sind laut Glauber rund 13 Mio Euro im nächsten Jahreshaushalt für die Tiergesundheit und Bekämpfung von Tierseuchen vorgesehen. Damit soll auch weiteres Zaunmaterial beschafft werden. Darüber hinaus wird in Bayern auch eine neue Hundestaffel zur Fallwildsuche aufgebaut werden. Diese soll im Seuchenfall neben modernster Drohnentechnik und Wärmebildkameras ein schnelles Auffinden von Wildschweinekadavern sicherstellen.
In Baden-Württemberg dürfen nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums Zwischenfrüchte auch 2020 unter bestimmten Voraussetzungen früher geschnitten werden, um den Wildschweinen bei Drückjagden keine Rückzugsmöglichkeit zu geben. Die Einkürzung der Bestände müsse aber vorher mit dem Jagdpächter abgesprochen werden.
Quelle: AgE

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Tragen Sie sich jetzt ein und wir senden Ihnen automatisch weitere Artikel zu