Afrikanische Schweinepest

Bald ein Impfstoff gegen ASP?

Chinesische Praxistests mit einem Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) zeigen erfolgsversprechende Ergebnisse. In Polen dramatisiert sich die Lage derweil täglich weiter.

Ein in China entwickelter Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) macht offenbar gute Fortschritte und soll jetzt in die Phase der erweiterten klinischen Erprobung und Produktionsstudien eintreten.
Wie das Pekinger Landwirtschaftsministerium mitteilte, haben Wissenschaftler des Harbin Veterinary Research Institute an der Chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften (CAAS) Mastferkel und Sauen mit der zehn bis hundertfachen Immunisierungsdosis geimpft und fanden während einer 20-wöchigen Beobachtungsphase keine klinischen Anomalien oder Anzeichen einer Krankheit. Der Direktor des Harbin Institutes, Bu Zhigao, berichtete, dass die Ferkel nach der Impfung normal aufgewachsen seien und die Sauen eine normale Brunst und Trächtigkeit ohne Fehlgeburten gehabt hätten.
In einem weiteren Impfversuch mit 3 000 Mastschweinen in biologisch sicheren Einrichtungen an drei Standorten in den Provinzen Heilonjiang, Henan und Xinjiang hat es nach Aussagen von CAAS-Leiter Tang Huajun ebenfalls keine Auffälligkeiten gegeben. Die Tiere seien in einem guten Wachstumszustand, zeigten keine klinischen Nebenwirkungen und es habe keine ansteckenden Impfstoffemissionen oder horizontale Übertragungen der immunisierten Schweine gegeben. Bei Verabreichung verschiedener hoch dosierter ASP-Erreger habe die Immunschutzrate mindestens bei 80 % gelegen, berichtete Tang.
Dem Ministerium zufolge wird die CAAS nun die Forschung weiter beschleunigen. Dabei soll der Umfang der klinischen Tests erhöht und die Studien abgeschlossen werden, um die erforderliche Sicherheitsfreigabe und Registrierung für den Kandidatenimpfstoff zu erhalten.

Immer mehr chinesische Schweine

Wie das Pekinger Landwirtschaftsministerium ebenfalls vergangene Woche mitteilte, ist der Schweinebestand in China weiter gestiegen. Im Juli habe die Zahl der Tiere den sechsten Monat in Folge zugenommen und das Niveau des Vormonats um 4,8 % übertroffen. Erstmals seit April 2018 sei der Bestand auch wieder größer als im vergleichbaren Vorjahresmonat gewesen, und zwar um 13,1 %.  In allen 31 Provinzen habe es im Juli im Vergleich zum Vormonat Bestandszuwächse gegeben, die im Süden am staksten gewesen seien.
Die jüngsten Überschwemmungen hätten nur eine geringe Auswirkung auf das Wiedererstarken der Schweineproduktion, könnten aber das Tierseuchenrisiko erhöhen, stellte das Ministerium fest. Diesem zufolge hat sich auch der Wiederaufbau der Sauenherde fortgesetzt. Deren Umfang hat im Juli gegenüber dem Vormonat um 4,0 % zugenommen; das war der zehnte Monatsanstieg in Folge. Der Sauenbestand soll nun das Vorjahresniveau um 20 % übertreffen. Absolute Zahlen nannte das Ministerium hierzu nicht. Die wieder wachsenden Tierzahlen in China lassen offenbar auch die Futtermittelherstellung wieder Fahrt aufnehmen. Nach Angaben des nationalen Verbandes der Futtermittelindustrie lag die gewerbliche Produktion im Juli mit insgesamt 21,9 Mio t um 16,0 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Davon entfielen 7,01 Mio t auf Schweinefutter; das waren 36,8 % mehr als im Juli 2019.

Täglich neue ASP-Fälle in Polen

Inzwischen verzeichnen die Behörden in Polen mittlerweile fast täglich neue Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Landwirtschaft. Die Oberste Veterinärbehörde bestätigte am vergangenen Donnerstag  drei neue Fälle in der Wojewodschaft Lublin im Osten des Landes, die sich zunehmend zum Hotspot des diesjährigen Seuchengeschehens entwickelt.
Zusammen mit den jüngsten Fällen wurden laut den amtlichen Angaben seit Jahresbeginn bereits 55 ASP-Infektionen in Schweinehaltungen registriert. Dem stehen lediglich 48 Ausbrüche im gesamten letzten Jahr gegenüber. Im Rahmen der Seuchenschutzmaßnahmen mussten 2020 bereits rund 44 500 Hausschweine gekeult werden, während bis Ende 2019 „nur“ insgesamt gut 35 000 Nottötungen vorgenommen worden waren.
Hinzu kommt, dass die Seuche unvermindert im Wildschweinbestand grassiert. Die Gesamtzahl der Funde von an der ASP verendeten Wildschweinen hat in dieser Woche die Marke von 3 000 Fällen überschritten, wobei die Menge an toten Wildschweinen noch deutlich darüber liegt, da oft mehrere Kadaver an einem Ort gefunden werden. Etliche Meldungen kamen auch wieder aus der Wojewodschaft Lebus, unweit der deutsch-polnischen Grenze. Das Vorjahresniveau ist auch beim Schwarzwild bereits Mitte August weit übertroffen. Im gesamten Jahr 2019 hatten die Behörden lediglich rund 2 500 Funde an infizierten Wildschweinen registriert.
Quelle: AgE
 

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