Tierwohl

Balkone fördern Wohlbefinden von Ferkeln

Eine erhöhte Ebene in Buchten für Aufzuchtferkel wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden der Tiere aus. Allerdings leidet die Buchtenhygiene.

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover untersuchte in einem durch den QS-Wissenschaftsfonds geförderten Projekt die Auswirkungen des Angebots einer erhöhten Ebene in Buchten für Aufzuchtferkel auf die Tiere sowie die Buchtenhygiene und das Stallklima.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Bereich auf der Ebene über die gesamte Haltungsperiode intensiv von den Ferkeln genutzt wurde und sich das Einbauen einer erhöhten Ebene positiv auf das Anlegen von Funktionsbereichen (Fressen, Ruhen, Aktivität) auswirkt. 99% aller Ferkel - egal ob männlich oder weiblich – nutzten die zusätzliche Fläche. Mit zunehmendem Körpergewicht wurde der Balkon häufiger genutzt.

Gut für Gewichtszunahmen, schlecht für die Hygiene 

Ebenfalls konnten die Wissenschaftler weniger Rangkämpfe zwischen den Tieren beobachten als in Buchten, die nicht mit einer erhöhten Ebene ausgestattet waren. In der zweiten Hälfte der Haltungsperiode gab es zudem weniger Hautverletzungen und auch die tägliche Gewichtszunahme der Ferkel wurde durch die erhöhten Ebenen verbessert. Das Stallklima hingegen wurde nicht nachweislich negativ beeinflusst.
Allerdings waren die hygienischen Bedingungen in Buchten mit Ferkelbalkonen schlechter als in Buchten ohne Balkone, was sich in einem höheren Verschmutzungsgrad der Tiere äußerte. Die Bereiche auf und unter der Ebene wurden auch als Kotplätze genutzt. Durch den Spaltenboden der erhöhten Ebene konnte Kot auf die unter der Ebene befindlichen Tiere fallen.
Den ausführlichen Ergebnisbericht inklusive des genauen Versuchsaufbaus und den daraus resultierenden Erkenntnissen finden Sie hier. Gefördert wurde das Projekt durch den QS-Wissenschaftsfonds. Dieser verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke, wie die Finanzierung von Forschungsprojekten oder die Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen. Finanziert wird er aus den Sanktionsstrafen, die Systempartner bei Verstößen gegen die QS-Anforderungen zahlen müssen.
Quelle: SUS Online

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Tragen Sie sich jetzt ein und wir senden Ihnen automatisch weitere Artikel zu