Afrikanische Schweinepest

Briten kommen bei ASP-Impfstoff voran

Britische Wissenschaftler haben einen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest entwickelt. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.

Wissenschaftler des Pirbright-Instituts in Großbritannien sind bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) offenbar einen größeren Schritt vorangekommen. Einer kürzlich in der Fachzeitschrift „Vaccines“ veröffentlichten Studie zufolge überlebten 100 % der mit dem neuen Impfstoff immunisierten Schweine eine sonst tödliche Dosis des ASP-Virus.
Das Pirbright-Team hat einer Mitteilung des Instituts zufolge einen Impfstoff entwickelt, der ein nicht schädliches Virus als Vektor verwendet, um acht ausgewählte Gene aus dem ASP-Erreger in Schweinezellen zu transportieren. Dort produzieren sie virale Proteine, die das Immunsystem des Schweins dazu veranlassen, auf eine ASP-Infektion zu reagieren. Alle so immunisierten Schweine entwickelten einen ausreichenden Schutz, um die in der Regel tödliche ASP-Infektion zu überleben, auch wenn sich klinische Symptome der Krankheit zeigten.

Weltweite Suche nach Impfstoff

Ein weiterer Erfolg war nach Angaben der Forscher, dass bei dieser Methode unterschieden werden kann, ob Schweine geimpft wurden oder tatsächlich an ASP erkrankt sind. Dies sei wichtig, damit Impfprogramme durchgeführt werden könnten, ohne die Handelsfähigkeit zu verlieren. „Es ist sehr ermutigend zu sehen, dass die von uns ausgewählten Gene die Schweine vor der ASP schützen können“, erklärte der Leiter der ASP-Impfgruppe bei Pirbright, Dr. Chris Netherton. Ein vektorisierter Impfstoff gegen die ASP sei nun eine realistische Möglichkeit. Der nächste Schritt werde darin bestehen, die Mechanismen aufzudecken, wie die von den Virusgenen produzierten Proteine das Immunsystem stimulierten, damit die Wirksamkeit verbessert werden könne.
Auch in anderen Ländern hatten Wissenschaftler schon Zwischenerfolge bei der ASP-Impfstoffsuche vermelden können. Im Dezember 2019 gaben Forscher des Agricultural Research Service (ARS) des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) bekannt, dass sie einen gentechnisch veränderten Impfstoff entwickelt hätten, der nach niedrig- und hochdosierten Injektionen eine aseptische Immunität gegen ASP biete. Im März 2020 teilte das chinesische Harbin Veterinary Research Institute mit, dass mittels Gendeletion ein Lebendimpfstoff entwickelt worden sei, bei dem sieben Genfragmente aus dem ASP-Virus gelöscht seien und der einen zuverlässigen Schutz gegen die Tierseuche biete.
Quelle: AgE
 

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