Tierwohl 

Ferkelkastration nur noch in Vollnarkose

Auf das Ende der betäubungslosen Ferkelkastration in Deutschland zum 1. Januar 2021 hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hingewiesen.

Mit dem Inkrafttreten einer der EU-weit strengsten Regelungen zu dieser Thematik ist die Bundesrepublik ein Vorreiter in Europa. Künftig müsse bei der Ferkelkastration eine vollständige Schmerzausschaltung garantiert sein. Der Eingriff könne dann nur noch unter Vollnarkose des Tieres vorgenommen werden.

Deutschland ist Vorreiter

Im Gegensatz zu anderen Mitgliedstaaten reiche in Deutschland eine lokale Betäubung oder Schmerzlinderung nicht mehr aus. Klöckner sieht in der Abkehr von der betäubungslosen Ferkelkastration einen entscheidenden Schritt für mehr Tierschutz. Deutschland werde in Europa auch hier in der Klarheit der Regelung Vorreiter sein. Mit der Vorgabe der Schmerzausschaltung gehe die Bundesrepublik über das geltende EU-Recht hinaus.
Für die Tierhalter bedeutet das einen höheren Aufwand und Investitionen.
Ministerin Klöckner

Förderung für Narkosegeräte

Das Ministerium unterstützt in vielfältiger Weise die Einführung der alternativen Verfahren und Methoden zur betäubungslosen Ferkelkastration. Um Wettbewerbsverzerrungen durch die strengeren Vorgaben zu verhindern. Gefördert werde beispielsweise die Anschaffung von Narkosegeräten. Insgesamt seien hier bereits etwa 2 700 Förderanträge mit einem Volumen von rund 13,5 Mio Euro bewilligt worden. Eine neue Verordnung ermögliche dabei die Durchführung der Vollnarkose mit dem Narkosemittel Isofluran durch den Landwirt oder andere sachkundige Personen. Voraussetzung dafür sei eine umfassende theoretische und praktische Schulung. Darüber hinaus sei ihr Ressort in Sachen Vermarktung in kontinuierlichem Kontakt mit dem Schlacht- und Verarbeitungssektor sowie dem Einzelhandel, betonte Klöckner. Unterstützt würden zudem Forschungsprojekte zur Weiterentwicklung der Schweinehaltung. Darüber hinaus informiere das Ministerium über eine Broschüre und auf der Homepage über die Thematik der betäubungslosen Ferkelkastration und die Alternativverfahren.
Quelle: AgE

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