LMU München: Streit um Kastenstände

Studenten der Veterinärmdizin werfen der LMU vor, im Gut Oberschleißheim gegen den Tierschutz zu verstoßen.

An der Ludwig-Maximilians-Universität in München wird gegen das Tierwohl verstoßen, das beklagen Studenten der Veterinärmedizin.Angehende Tierärzte an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Die angehenden Veterinäre  wollen, dass im Lehr- und Versuchsgut der Uni in Oberschleißheim der Ferkelschutzkorb sowie die Kastenstände abgeschafft werden. In der Süddeutschen Zeitung (SZ) hatten sie über diverse Missstände in der Schweinehaltung des Versuchsbetriebes berichtet und entsprechenden öffentlichen Druck aufgebaut. 

Die Leitung des Lehr- und Versuchsgutes wehrt sich gegen diesen Vorwurf. Das Gut müsse wirtschaftlich arbeiten, führt Reinhard Straubinger, Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät der LMU, als Begründung für diese Haltungsform an. Die Vorgabe durch das bayersiche Finanzministerium sei, eine Million Euro einzunehmen. Und überhaupt, sagt Straubinger: Die Landwirtschaft sei nun mal auf Masse konzipiert - sollen wir da nur einen kleinen Ausschnitt, nämlich ökologische Tierhaltung, abbilden?" 
Inzwischen beschäftigt sich sogar der bayerische Landtag mit den mutmaßlichen Verstößen gegen das Tierwohl. Die SPD fordert Aufklärung.
In Deutschland wird derzeit über ein Verbot von Kastenhaltung bei Sauen diskutiert, und es könnten demnächst strengere Gesetze für neu gebaute Ställe gelten. Der Abferkel- und Wartestall in Oberschleißheim genießt jedoch Bestandsschutz. Dennoch sei ein Neubau beantragt, so Erwin Märtlbauer, Professor für Milchhygiene und geschäftsführender Vorstand des Versuchsguts. Doch dies könne nicht von heute auf morgen umgesetzt werden.
Quelle: SUS, SZ

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