ASP

Schweinepest bei fünf weiteren Wildschweinen bestätigt

In der Nähe des Fundorts des ersten mit ASP-infizierten (Afrikanische Schweinepest) Wildschweins hat wurden weitere Wildschwein-Kadaver entdeckt, das bestätigte ein Sprecher des Kreises Oder-Spree.

Nahe der Gemeinde Neuzelle im Landkreis Oder-Spree sind vier tote und ein erlegtes Wildschwein gefunden worden, bei denen das in Frankfurt (Oder) ansässige Landeslabor am Dienstag die Seuche nachwies.
Dies gab Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Dienstagnachmittag auf einer Sondersitzung von zwei Landtagsausschüssen in Potsdam bekannt. Das Untersuchungsergebnis musste noch  vom Nationalen Referenzlabor auf der Ostseeinsel Riems bestätigt werden.

Tier wurden außerhalb der Kernzone gefunden

Die Ministerin verwies darauf, dass die neuen Funde außerhalb der mit einem Elektrozaun abgesperrten Kernzone, aber innerhalb der Gefährdungszone erfolgten, in der schon seit dem Wochenende jede landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Tätigkeit untersagt sind. Ob wegen der neuen Funde weitere Kernzonen eingerichtet und die Gefährdungszone ausgedehnt werden müssen, war zunächst unklar. Oberstes Ziel sei weiter, das Übergreifen der Seuche auf Nutztiere zu verhindern.
Die Ministerin gab bekannt, dass der bisherige Elektrozaun zur Abwehr von Wildschweinen an der Grenze zu Polen vom Kreis Spree-Neiße an bis zum Kreis Oder-Spree durch einen festen Zaun ersetzt werden soll. Sie bedauerte, dass es nicht wie vom Bund angekündigt, zum Bau von Zäunen am deutschen und polnischen Ufer von Neiße und Oder gekommen ist.
Bei dem in der vergangenen Woche gefundenen stark verwesten Tier handelte es sich nach Angaben des Landkreises Spree-Neiße um ein weibliches Tier der Altersklasse 2, also eine erwachsene Bache. Der Fundort des ersten Tieres liegt in unmittelbarer Nähe zur Kreisgrenze zwischen Oder-Spree und Spree-Neiße. Deshalb erstreckt sich die Kernzone, für die derzeit ein Betretungsverbot herrscht, auf Areale in beiden Landkreisen.

Gefährdete Zone wird ausgeschildert

Der Landkreis Oder-Spree ist nun in Zusammenarbeit mit den Ordnungsämtern der betroffenen Kommunen dabei, die zweite, die „gefährdete Zone“ auszuschildern. Auch dort gelten nach der am 15. September veröffentlichen Allgemeinverfügung zahlreiche Einschränkungen. Die Landwirte dürfen nicht auf ihre Felder, die Jagd auf alle Tierarten ist untersagt, Schweinefleischprodukte dürfen aus der Region nicht ausgeführt werden.
Das Jagdverbot und das Verbot der Feldarbeit sollen dazu beitragen, dass das Wild zu Ruhe kommt, nicht aufgeschreckt umherwandert. Wie lange die Verbote bestehen bleiben, ist offen. Zunächst wahrscheinlich für 14 Tage. Diese Zeit soll für die verstärkte Fallwildsuche genutzt werden. Danach könnte es sein, dass die Jäger sogar dazu aufgerufen werden, in dieser Region den Schweinen besonders intensiv nachzustellen. So hat man es auch in anderen europäischen Staaten gehandhabt. In den ASP betroffenen Zonen war es das Ziel, das Schwarzwild vollständig auszurotten. Landwirtschaftsminister Axel Vogel (Grüne) betonte indess, dass in der Jagdsaison 2019/20 in Brandenburg 100.000 Wildschweine erlegt wurden. Dies sei ein Rekordwert seit 1990.

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