Ferkelkastration

Unterstüzung bei alternativer Kastration

Das Land Thüringen will Sauenhalter unterstützen, die schon früher aus der betäubungslosen Ferkelkastration aussteigen wollen. Auch für Sauenhalter in anderen Bundesländern kann es Unterstützung geben.

Das Land Thüringen greift Sauenhaltern, die früher mit der betäubungslosen Ferkelkastration Schluss machen, unter die Arme. „Wir befürworten und honorieren einen früheren Umstieg auf die schmerzfreien Alternativmethoden. Deshalb fördern wir Betriebe, die bereits umgestellt haben oder es vor dem Jahreswechsel tun werden“, erklärte Landwirtschaftsminister Benjamin-Immanuel Hoff am vergangenen Donnerstag (9.7.) in Erfurt. Die entsprechende Förderrichtlinie sei auf den Weg gebracht worden. Anträge könnten ab sofort beim Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) gestellt werden.
Der Minister verwies auf die drei Alternativverfahren zur betäubungslosen Kastration: die Mast von Jungebern und somit die Aufzucht unkastrierter Ferkel, die Impfung gegen Ebergeruch sowie die Kastration unter Vollnarkose. Eine dieser Methoden müsse ab 2021 in allen Betrieben Anwendung finden. „Bis Ende 2020 werden wir die Mehrkosten der Alternativverfahren pro männliches Ferkel teilweise erstatten, um das Tierwohl in Thüringen noch schneller voranzubringen und die Betriebe bei der Umstellung zu unterstützen“, sagte Hoff. So wolle man die Schweinezüchter animieren, vor Dezember 2020 die betäubungslose Ferkelkastration einzustellen.

Daten teilen – Mehrkosten zurückerhalten

Die örtliche Betäubung sei indes ab 2021 nicht mehr erlaubt. Das Bundeslandwirtschaftsministerium untersuche dennoch diese Methode weiterhin auf ihre Wirksamkeit und Praktikabilität. Ergebnisse dazu würden frühestens im Sommer 2021 erwartet. Wenn Betriebe die lokale Betäubung durch den Hoftierarzt bis Ende 2020 anwenden ließen, die Erfahrungen dokumentierten und dem Bundesministerium zu Forschungszwecken überließen, könnten sie auch die Mehrkosten für die Behandlung ersetzt bekommen, stellte Hoff fest.
Derweil leistet die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein den Sauenhaltern bei der Entscheidung, welche Alternative sie anwenden wollen, praktische Hilfe. Wie die Kammer berichtete, informierten sich vorigen Donnerstag 150 Landwirte in ihrem Kompetenzzentrum für Tierhaltung über den Eingriff unter Isoflurannarkose. Im Rahmen einer Baulehrschau sei demonstriert worden, wie Ferkel an fünf verschiedenen Inhalationsgeräten in Narkose gelegt würden und dann der Eingriff vorgenommen werde. Nun könnten sich die Landwirte für ein Fabrikat entscheiden - diese kosteten immerhin 10 000 Euro - oder doch einen der drei anderen Wege wählen, so die Kammer.
Quelle: AgE

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