Tierseuchen

Update ASP und Geflügelpest

In Polen scheint die Afrikanische Schweinepest etwas abzuflauen. Währenddessen sinkt auch die Gefahr der Geflügelpest in vielen deutschen Landkreisen langsam. 

In Polen sind Anfang Mai erneut viele Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen festgestellt worden; allerdings gibt es Anzeichen für ein vorläufiges Abflauen der hochansteckenden Seuche, denn im Vergleich zum vergangenen Jahr zeigt sich eine deutliche Abnahme: Während nach amtlicher Zählung der Behörden seit Jahresbeginn insgesamt 1.271 Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen und einer in einer Schweinehaltung verzeichnet worden sind, hatte es im gleichen Vorjahreszeitraum fast 2.400 Seuchenfälle gegeben.
Für eine Entwarnung dürfte es aber dennoch zu früh sein, da der ASP-Druck auch schon in früheren Jahren deutliche, jahreszeitliche Schwankungen gezeigt hatte. Die Oberste Veterinärbehörde bestätigte in der vorletzten Woche weitere 46 Fundstellen mit insgesamt 61 an ASP verendeten Wildschweinen. „Hot Spots“ konnten zuletzt indes nicht ausgemacht werden. Vielmehr trat die Seuche von Ermland-Masuren bis ins Karpatenvorland auf. Betroffen war mit etlichen Funden auch wieder die Wojewodschaft Lebus in unmittelbarer Nähe zur deutsch-polnischen Grenze, so dass hier weiterhin Grund zu hoher Wachsamkeit besteht.

Geflügelpest: Schutzmaßnahmen weiter einhalten!

In vielen Landkreisen in Deutschland ist die Aufstallungspflicht für Geflügel wegen rückläufiger Geflügelpestnachweise aufgehoben worden. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) hatte bereits Ende April das Risiko der Ausbreitung in Wasservogelpopulationen und des Eintrags in Geflügelhaltungen von hoch auf mäßig zurückgestuft. Für die vergangene Woche wurde im Tierseucheninformationssystem des FLI nur noch ein amtlicher Virusnachweis bei Nutzgeflügel gemeldet, und zwar in einer Baden-Württembergischen Hobbyhaltung mit rund 200 Tieren in Kehl-Kittersburg.
Noch keine Entwarnung will allerdings der Vorsitzende des Tierseuchenausschusses im Landvolk Niedersachsen, Georg Meiners, geben. „Geflügelhalter, auch die aus dem Nebenerwerb und Hobbybereich, müssen die strikten Schutzmaßnahmen unbedingt weiter einhalten“, mahnt der Experte. Das Virus dürfe nicht weiter verschleppt werden, und Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln müssten vermieden und Biosicherheitsmaßnahmen eingehalten werden.
„Geflügelhalter, auch die aus dem Nebenerwerb und Hobbybereich, müssen die strikten Schutzmaßnahmen unbedingt weiter einhalten“
Georg Meiners, Vorsitzender des Tierseuchenausschusses im Landvolk Niedersachsen
Meiners verwies darauf, dass vor allem der Nordwesten und Westen Niedersachsens wieder von neuen Geflügelpestausbrüchen betroffen gewesen sei, darunter in der ersten Maiwoche drei Putenbestände im Emsland.
Insgesamt sind ihm zufolge allein im April mehr als 50 Ausbrüche der Geflügelpest bei Wildvögeln in 16 niedersächsischen Kommunen registriert worden. Das kalte Frühjahr kann nach Einschätzung von Meiners dazu beitragen, dass die Geflügelpestwelle nur langsam abebbt.
Laut FLI ist der Frühjahrsvogelzug nordischer Wasservögel nach wie vor noch nicht ganz abgeschlossen, obwohl sich große Wasservogelansammlungen aufgelöst haben. Nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in mehreren europäischen Ländern würden immer noch Ausbrüche gemeldet, wenn auch deutlich weniger als zuvor.
Quelle: AgE

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