Afrikanische Schweinepest

Weitere ASP-Fälle in Brandenburg

Die Zahl der an Afrikanischer Schweinepest (ASP) verendeten Wildschweine in Brandenburg ist weiter gestiegen.

Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilte, hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) die Tierseuche mittlerweile bei insgesamt 55 Tieren nachgewiesen; damit sind vergangene Woche bis Freitagnachmittag sechs Nachweise hinzugekommen.
Bei den jüngsten Fällen handelte es sich fünf Mal um Fallwild, das im ersten Kerngebiet in den Landkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße gefunden wurde. Eine weitere ASP-Infektion wurde im zweiten Gefährdungsgebiet bei Bleyen in Märkisch-Oderland bestätigt. Dieses Tier hat nach Einschätzung des FLI mindestens vier Wochen am Fundort gelegen, bevor es entdeckt wurde. Damit hat sich die Hoffnung nicht erfüllt, dass es sich beim ersten Fund bei Bleyen um ein früh erkanntes Seuchengeschehen handeln könnte. Ende September waren dort ein Wildschwein erlegt und beim Aufbrechen verdächtige Organveränderungen entdeckt worden, was auf eine recht frische Infektion hindeutete.

Weiße Zone wird errichtet

Wie das zuständige Brandenburger Verbraucherschutzministerium mitteilte, hat unterdessen der Bau einer „weiße Zone“ um das erste Kerngebiet „Sembten/Neuzelle“ begonnen. Dabei handelt es sich um einen rund 5 km breiten Streifen, der das Kerngebiet wie ein Halbkreis auf dem Gebiet der Landkreise Oder-Spree, Spree-Neiße und Dahme-Spreewald umschließt.
Dieser Streifen mit einer Fläche von etwa 285 km2 wird laut Ministerium mit einem äußeren und einem inneren festen Zaun gesichert. Innerhalb dieses Bereichs würden alle Wildschweine getötet. Parallel dazu werde an der brandenburgisch-polnischen Seite entlang von Oder und Neiße zur Gefahrenabwehr ebenfalls ein fester Wildschutzzaun gebaut. Das Land koordiniere den Bau und trage die Kosten.

Auflagen für Ackerbauern gelockert

Für die ebenfalls von der ASP betroffenen Ackerbaubetriebe in Brandenburg zeichnen sich unterdessen weitere Lockerungen bei den Seuchenschutzauflagen ab. Laut Agrarressort hat der Landeskrisenstab Tierseuchenbekämpfung-ASP die Ausnahmen vom Nutzungsverbot land- und forstwirtschaftlicher Flächen im gefährdeten Gebiet - ausgenommen das Kerngebiet - erweitert. Damit kann unter bestimmten Voraussetzungen die Ernte von Mais, Sonnenblumen und Feldgemüse, aber auch die Herbstbestellung freigegeben werden.
Dafür müssen die land- und forstwirtschaftlichen Flächen von behördlich eingesetzten Personen oder unter behördlicher Aufsicht tätigen Personen zuerst vollständig auf tote oder kranke Wildschweine abgesucht werden. Erst wenn eine Fläche durch den Landkreis amtlich freigeben ist, dürfen die Land- und Forstwirte sie wieder nutzen. Das Ministerium hatte bereits am 25. September erste entsprechende Vollzugshinweise erlassen, die nun in erweiterter Form an die Veterinärämter der Landkreise geschickt wurden.

Viele Schwarzwildabschüsse in Polen

Während laut FLI in Deutschland bisher weiterhin keine Hausschweinbestände von der ASP betroffen sind, mussten in Polen wieder viele Nutztierbestände gekeult werden. Laut der Obersten Veterinärbehörde in Warschau trat die Seuche allein in der vorletzten Woche in vier weiteren Betrieben auf. Dabei handelte es sich aber überwiegend um kleinere Unternehmen mit 27 bis 74 Tieren. Seit Jahresbeginn bis einschließlich 30. September wurden in Polen insgesamt 98 Agrarbetriebe wegen der Afrikanischen Schweinepest gesperrt; das waren mehr als doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2019.
Unterdessen setzen die polnischen Jäger alles daran, den Wildschweinbestand zu reduzieren. Nach Angaben des polnischen Jagdverbandes wurden im laufenden Jagdjahr 2020/21 bereits rund 145.000 Stück Schwarzwild geschossen. Das Ziel von mindestens 176.000 Wildschweinen dürfte damit bis zum Ende der Saison deutlich übertroffen werden.
Quelle: AgE

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Tragen Sie sich jetzt ein und wir senden Ihnen automatisch weitere Artikel zu